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Aufbruch mit Hindernissen

04.07.2010 21:20

Es ist wohl zu lange gut gegangen, denn heute war es offenbar wieder an der Zeit, dass ich mit der Deutschen Bahn eine eineinhalb stündige Verspätung erleben sollte. Das Wochenende hatte alle Vorzeichen dafür aufgeboten: Die Sonne schien entgegen aller Vorhersagen unbeirrt, dass angedrohte Gewitter blieb aus, obwohl der Kachelfrosch noch immer in U-Haft sitzt, unsere WM-Helden haben Argentinien mit vier Toren weggeputzt ohne auch nur einen Gegentreffer hinnehmen zu müssen und wir 82 Millionen Co-Trainer kriegen unsere Revanche fürs EM-Finale gegen Spanien.

Also alles 'tuto completti' wie der Franzose sagt, wenn er italienisch kann. Aber der hat seine Rechnung ohne den Autofahrer gemacht, der sich als Parkplatz für sein Vierrad gerade die ICE-Strecke Leipzig-Frankfurt ausgesucht hatte und das an einem Sonntag, wenn tausende faule, westliche Reichtümer abgreifende Pendler ihren Weg in die gebrauchten Bundesländer antreten wollen!

Aber so spielt es sich freilich nicht ab; die Bahn hat ihr eigenes Programm, um dem Kunden schlechte Botschaften unterzujubeln: Es fängt damit an, dass der ICE in der Gegenrichtung 15 Minuten Verspätung hat und bei seiner Ankunft im Leipziger Hauptbahnhof das Gleis belegen würde, auf dem mein Zug abfahren soll. Diese weitet sich dann per Durchsage auf 30 Minuten aus, mit der erleuchtenden Begründung 'es stehe ein Auto im Gleisbereich'.

Im gleichen Atemzug ergibt sich dann auch noch eine 15-Minuten-Verspätung für meinen ICE, an die er sich aber vorbildlich hält, das muss man zugeben. Da ich eine Sitzplatzreservierung mein Eigen nenne, kann ich ganz entspannt als Letzter einsteigen - Sitzplatzbesetzer verjagen ist ein Heidenspaß - und kriege gerade noch mit, wie sich das Unheil des anderen ICEs auf meinen überträgt: 'Aufgrund eines PKWs im Gleisbereich zwischen Rückmarsdorf und Leutzsch verzögert sich unsere Abfahrt leider um unbestimmte Zeit.' Jetzt rächt sich, dass ich meine Ankunftszeit in Stuttgart auf kurz nach 22 Uhr gelegt habe, denn 'unbestimmt' heißt vielleicht drei oder mehr Stunden und da wird es im Ländle schon knapp mit Anschlüssen.

Ich frage mich gleich, warum der Zug nicht einfach eine andere als die so unverfroren blockierte Strecke nutzt oder wo der verdammeleite Citytunnel bleibt, wenn man ihn braucht - aber da darf ja auch kein ICE durchfahren, selbst wenn er fertiggestellt sein wird; warum wird der nochmal gebaut? Egal, ich habe meinen Platz gefunden und darf das Glücksgefühl erleben, einen Fahrgast zu vertreiben, der es nicht für nötig befunden hatte, nochmal 5 Euronen oder mehr für eine Reservierung zu investieren - ich bin ja nicht die Wohlfahrt und schließlich hat irgendwer auch mein Ticket bezahlt.

Nach einiger Zeit scheint eine Lösung gefunden zu sein, auch wenn der zuvor genannte PKW offensichtlich den Entschluss gefasst hat, die Nacht auf den Gleisen zu verbringen. Tatsächlich wird unser Zug über eine Ausweichstrecke das Problem weiträumig umfahren und dabei noch mehr Verspätung ansammeln, wie eine neuerliche Durchsage verkündet. Mit 45 Minuten im Gepäck verlässt der Zug endlich den Leipziger Hauptbahnhof und nach kurzer Fahrtzeit wird klar, dass er die Strecke Halle-Weisenfels ansteuert. Hier kann der Hochgeschwindigkeitszug leider nicht allzu schnell fahren und noch bevor er Merseburg passiert hat, steht er erstmal für eine halbe Stunde auf offener Strecke, denn dichtes Verkehrsaufkommen verhindert die Weiterfahrt.

Bis er dann bei Großkorbetha wieder auf die originale Strecke zurückkehrt, hat er insgesamt 90 Minuten angehäuft. Aber die Bahn weiß ihre Fahrgäste zu unterhalten: Es werden überlange Formulare ausgeteilt, die der geneigte Regressanspruchsteller ausfüllen darf, um einen Teil des Fahrpreises zurückfordern zu können. Am besten in Form eines Fahrtgutscheins...

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Impressum: Andreas Rodriguez Rivera | mail@arrmaniac.de | Letzte Änderung: 16.04.2016 | CC-BY-NC-SA | Validated by validator.w3.org